% Veggie-Debatte
%
%

# Zentrale Thesen

<!--
  Folgende Thesen beantworten die Frage:
  Was darf man essen?
-->

[Fleisch-OK]: Es gibt Fleisch und Tierprodukte, die man essen darf.

[Alles-Esser]: Man darf Fleisch und tierische Produkte beliebiger Art essen.

[Bio-Fleisch]: Man darf Fleisch und tierische Produkte aus artgerechter, ökologischer Tierhaltung essen, aber auch nur solche.

[Keine-Massentierhaltung]: Man sollte kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung essen.

[Strikt-Veggie]: Man sollte kein Fleisch essen.

[Strikt-Vegan]: Man sollte keine tierischen Produkte essen.

<!--
  Folgende Thesen beantworten die Frage:
  Wieviel davon darf man essen?
-->

[Weniger-Fleisch]: Man sollte den Konsum von Fleisch möglichst reduzieren (z.B. nur einmal pro Woche Fleisch essen).

[Weniger-Tier]: Man sollte den Konsum tierischer Produkte möglichst reduzieren (z.B. Soja- statt Kuhmilch trinken).


# Beziehungen zwischen den zentralen Thesen

<!--
Visualize relations between central theses as chord diagram
-->

[Fleisch-OK]
  <+  [Alles-Esser]
  <+  [Bio-Fleisch]
  <-  [Strikt-Veggie]
  ->  [Strikt-Veggie]

[Alles-Esser]
  -> [Bio-Fleisch]
    +> [Keine-Massentierhaltung]
  -> [Keine-Massentierhaltung]

[Strikt-Vegan]
  +> [Strikt-Veggie]

[Weniger-Tier]
  +> [Weniger-Fleisch]

[Strikt-Vegan]
  -> [Weniger-Tier]

[Strikt-Veggie]
  -> [Weniger-Fleisch]


  <!--
  Visualize reasons in wheel of reasons (sunburst)! Pro/con color changes depending on central thesis selected!
    1. layer: argument groups
    2. layer: arguments pro/con theses
    3. layer: arguments pro/con 2nd layer arguments
    4. layer: ...
  -->

# Wichtige, themenübergreifende Argumente

<Einzelne-unerheblich-Einwand>: Durch Produktverzicht ändert der Einzelne nichts an bestehenden Erzeugungsweisen. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.


### Kulinarische Erwägungen

Die folgenden vier kulinarischen Argumente sprechen dafür, dass es zulässig ist, Fleisch zu essen, oder, mit anderen Worten, sprechen gegen eine rein vegetarische Küche.

Die Argumente im Einzelnen.

<Fleischküche ist Kulturerbe>: Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte würde das Ende einer jahrundertealten, kulturellen Tradition -- der Kochkunst -- bedeuten.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte würde das Ende einer jahrundertealten, kulturellen Tradition und den Verlust eines Weltkulturerbes -- der Kochkunst -- bedeuten.
    + Die französische Küche ist z.B. UNESCO-Weltkulturerbe.
  (2) Das Ende einer jahrundertealten, kulturellen Tradition und der Verlust eines Weltkulturerbes sind inakzeptabel.
  (3) Was inakzeptable Folgen hat, ist nicht geboten.
  ----
  (4) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.


<Genusserlebnis-Argument>: Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte bedeutete einen Verlust zahlreicher intensiver Genusserlebnisse; die Lust aufs und am Essen -- eine elementare Glückserfahrung des Menschen -- ginge verloren; statt zu kosten, zu genießen und zu schlemmen würde sich nur noch ernährt.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte bedeutete einen Verlust zahlreicher intensiver Genusserlebnisse: die Lust aufs und am Essen -- eine elementare Glückserfahrung des Menschen -- ginge verloren; statt zu kosten, zu genießen und zu schlemmen würde sich nur noch ernährt.
    - Die vegetarische, wenn nicht gar vegane Küche hat -- global gesehen -- eine lange Tradition und steht geschmacklich der Fleisch-Küche in nichts nach.
  (2) Der Verlust zahlreicher intensiver Genusserlebnisse und einer elementaren Glückserfahrung des Menschen ist inakzeptabel.
  (3) Was inakzeptable Folgen hat, ist nicht geboten.
  ----
  (4) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.


<Argument aus der Vielfalt>: Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte reduziert die Vielfalt von Gerichten und Speisen in inakzeptabler Weise.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte reduziert die Vielfalt von Gerichten und Speisen in drastisch Weise.
    - [Vegetarische Vielfalt]: Die vegetarische, wenn nicht gar vegane Küche weisen eine ähnlich große Vielfalt an Speisen auf wie die Fleisch-Küche.
  (2) Eine drastische Reduktion der Vielfalt von Gerichten und Speisen ist inakzeptabel, vorausgesetzt eine akzeptable Ernährung muss auch kulinarischen Standards genügen.
  (3) [Kulinarische Standards]: Eine akzeptable Ernährung muss auch kulinarischen Standards genügen.
  (4) Was inakzeptable Folgen hat, ist nicht geboten.
  ----
  (5) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.


<Vegetarisch kochen schwierig>: Viele Personen können schlicht nicht geschmacklich akzeptabel vegetarisch kochen, und dies zu lernen wäre für sie -- angesichts beruflicher und privater Verpflichtungen -- mit immensen Kosten verbunden.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte bedeutete, dass viele Personen erst lernen müssten, geschmacklich akzeptabel vegetarisch zu kochen.<!--M.a.W.: Verzicht auf Fleisch führt dazu, dass sie Kochen neu lernen oder sich geschmacklich schlecht ernähren.-->
  (2) Angesichts beruflicher und privater Verpflichtungen ist das Kochen (neu) zu erlernen mit immensen, letztlich inakzeptablen Kosten verbunden.
  (3) [Kulinarische Standards]: Eine akzeptable Ernährung muss auch kulinarischen Standards genügen, d.h. geschmacklich akzeptabel sein.
  (4) Was inakzeptable Folgen hat (insbesondere zu inakzeptablen Kosten oder einer inakzeptablen Ernährung führt), ist nicht geboten.
  ----
  (5) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.


### Gesundheitliche Erwägungen

Drei Argumente sprechen für Fleischkonsum.

Die Argumente im Detail.

<Vitalitäts-Argument>: Viele Menschen fühlen sich körperlich besser (vitaler, fitter), wenn sie regelmäßig Fleisch essen.

  (1) Viele Menschen fühlen sich körperlich besser (vitaler, fitter), wenn sie regelmäßig Fleisch essen.
  (2) Körperliches Wohlbefinden ist ein Gut, das schwerer wiegt, als mögliche Einwände gegen das Fleischessen.
  (3) Steigert eine Handlung ein Gut, das schwerer wiegt als mögliche Einwände gegen die Handlung, so ist die Handlung zulässig.
  ----
  (4) [Fleisch-OK]: Es gibt Fleisch und Tierprodukte, die man essen darf.

<Ernährungsmangel-Einwand>: Fleisch ist Teil einer ausgewogenen Ernährung: ohne Fleischkonsum drohen Mangelerscheinungen und gesundheitliche Beeinträchtigung.

  (1) Bei einem Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte drohen Mangelerscheinungen und gesundheitliche Beeinträchtigung.
    - Eine abwechslungsreiche vegetarische (vegane) Ernährung ist gesundheitlich unbedenklich (zumal wenn sie durch Nahrungsergänzungsmittel komplettiert wird).
  (2) [Mangelerscheinungen inakzeptabel]: Drohende Mangelerscheinungen und gesundheitliche Beeinträchtigung sind inakzeptabel.
  (3) Was inakzeptable Folgen hat, ist nicht geboten.
  ----
  (4) [Fleisch-OK]: Es gibt Fleisch und Tierprodukte, die man essen darf.


<Gesund kochen schwierig>: Viele Personen können sich schlicht nicht vegetarisch (geschweige denn vegan) gesund ernähren und dies zu lernen wäre für sie -- angesichts beruflicher und privater Verpflichtungen -- mit immensen Kosten verbunden.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte bedeutete, dass viele Personen erst lernen müssten, sich gesund vegetarisch zu ernähren.<!--M.a.W.: Verzicht auf Fleisch führt dazu, dass sie Kochen neu lernen oder sich  ungesund ernähren.-->
  (2) Angesichts beruflicher und privater Verpflichtungen ist das Kochen (neu) zu erlernen mit immensen, letztlich inakzeptablen Kosten verbunden.
  (3) Bei ungesunder Ernährung drohen Mangelerscheinungen und gesundheitliche Beeinträchtigung.
  (4) [Mangelerscheinungen inakzeptabel]: Drohende Mangelerscheinungen und gesundheitliche Beeinträchtigung sind inakzeptabel.
  (5) Was inakzeptable Folgen hat (insbesondere zu inakzeptablen Kosten oder einer ungesunden Ernährung führt), ist nicht geboten.
  ----
  (6) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.


Folgende Behauptungen sprechen gegen Fleischkonsum, können aber im Detail auf unterschiedliche Thesen bezogen werden.

[Schlechte-Fette]: Tierische Fette sind gesundheitsschädlich.
  +> <Keine schlechten Fette>
    +> [Strikt-Vegan]
  +> <Weniger schlechte Fette>
    +> [Weniger-Tier]

[Fleisch-ungesund]: Zu hoher Fleischkonsum ist gesundheitsschädlich.
  +> <Kein Fleisch, da ungesund>
    +> [Strikt-Veggie]
  +> <Weniger Fleisch, da ungesund>
    +> [Weniger-Fleisch]

Die Argumente im Detail.

<Keine schlechten Fette>: Tierische Fette sind gesundheitsschädlich. Besser, man verzichtet daher gänzlich auf tierische Produkte.

  (1) [Schlechte-Fette]
  (2) [Null-Ernährungs-Risiko]: Auf Nahrungsmittel, die (bei übermäßigen Verzehr) gesundheitsschädlich sind, sollte man gänzlich verzichten.
  ----
  (3) Tierische Fette sollte man nicht verzehren.
  (4) Man kann nur dann keine tierischen Fette verzehren, wenn man keine Tierprodukte isst.
  ----
  (5) [Strikt-Vegan]: Man sollte keine tierischen Produkte essen.


<Weniger schlechte Fette>: Tierische Fette sind gesundheitsschädlich. Daher sollte man möglichst wenig davon essen.

  (1) [Schlechte-Fette]
  (2) [Ernährungs-Risiko-reduzieren]: Den Konsum von Nahrungsmittel, die (bei übermäßigen Verzehr) gesundheitsschädlich sind, sollte man möglichst reduzieren.
  ----
  (3) Den Konsum tierische Fette sollte man möglichst reduzieren.
  (4) Man kann den Konsum tierischer Fette nur dann reduzieren, wenn man den Konsum von Tierprodukte reduziert.
  ----
  (5) [Weniger-Tier]: Man sollte den Konsum tierischer Produkte möglichst reduzieren (z.B. Soja- statt Kuhmilch trinken).


<Kein Fleisch, da ungesund>: Zu hoher Fleischkonsum ist gesundheitsschädlich. Sicherheitshalber verzichtet man gleich ganz darauf.

  (1) [Fleisch-ungesund]
  (2) [Null-Ernährungs-Risiko]
  ----
  (3) [Strikt-Veggie]: Fleisch sollte man nicht verzehren.


<Weniger Fleisch, da ungesund>: Zu hoher Fleischkonsum ist gesundheitsschädlich. Daher sollte man möglichst wenig Fleisch essen.

  (1) [Fleisch-ungesund]
  (2) [Ernährungs-Risiko-reduzieren]
  ----
  (3) [Weniger-Fleisch]



### Finanzielle Erwägungen


Gegen Bio-Fleisch wird anchmal so argumentiert:

[Bio-Fleisch]
  - <Bio nur für Reiche>: Bio-Produkte, insbesondere Tierprodukte aus nachhaltiger Landwirtschaft können sich viele Personen nicht leisten. Bio ist nur was für Reiche.
    - <Ernährungsumstellung zumutbar>: Steigende Ernährungskosten sind nicht inakzeptabel, das es zumutbar und realistisch ist, dass Haushalte ihren Speiseplan umstellen (und z.B. weniger Fleisch essen).
      - <Fleischverzicht unzumutbar>: Wenn jeder essen darf, was er will, dann ist ein Fleischverzicht unzumutbar.


Die Argumente im Detail:

<Bio nur für Reiche>

  (1) Der Verzicht auf konventionell erzeugtes Fleisch zugunsten von Bio-Fleisch würde für viele Haushalte die Nahrungsmittelkosten derart in die Höhe treiben, dass sie sich ihre bisherige Ernährung nicht mehr leisten könnten.
  (2) Dass viele Haushalte ihre bisherige Ernährung nicht mehr finanzieren können, ist inakzeptabel.
  (3) Was inakzepable Folgen hat, ist nicht geboten.
  ----
  (4) Es ist nicht geboten, zugunsten von Bio-Fleisch auf konventionell erzeugtes Fleisch zu verzichten.
  (5) Wenn es nicht geboten ist, zugunsten von Bio-Fleisch auf konventionell erzeugtes Fleisch zu verzichten, dann ist es auch falsch, dass man Fleisch und tierische Produkte aus artgerechter, ökologischer Tierhaltung, aber auch nur solche, essen darf.
  ----
  (6) Es ist falsch, dass man Fleisch und tierische Produkte aus artgerechter, ökologischer Tierhaltung, aber auch nur solche, essen darf.
    <!-- -> [Bio-Fleisch] -->

<Ernährungsumstellung zumutbar>

  (1) Der Verzicht auf konventionelles Fleisch führt nicht  dazu, dass die Ernährungskosten steigen, vorausgesetzt Haushalte passen ihren Speiseplan an (und essen zum Beispiel weniger Fleisch).
  (2) Es ist zumutbar und realistisch, dass Haushalte ihren Speiseplan anpassen (und zum Beispiel weniger Fleisch essen).
  (3) Führt A dann nicht zu B, wenn C, und ist C ferner zumutbar und realistisch, dann führt A nicht (zwangsläufig) zu B.
  ----
  (4) Es ist nicht der Fall, dass der Verzicht auf konventionell erzeugtes Fleisch zugunsten von Bio-Fleisch für viele Haushalte die Nahrungsmittelkosten derart in die Höhe treiben würde, dass sie sich ihre bisherige Ernährung nicht mehr leisten könnten.
    <!-- -> <Bio nur für Reiche> -->
    <!--[1]-->

<Fleischverzicht unzumutbar>

  (1) [Alles-Esser]
  (2) Wenn man Fleisch und Tierprodukte beliebiger Art (und Menge) essen darf, dann ist es unzumutbar, darauf zu verzichten.
  ----
  (3) Es ist unzumutbar, dass Haushalte ihren Speiseplan anpassen (und zum Beispiel weniger Fleisch essen).
    <!-- -> <Ernährungsumstellung zumutbar> -->
    <!--[2]-->


<!-- Contra @[Strikt-Veggie] und @[Weniger-Fleisch]-->

<Gutes Veggie-Essen teuer>: Die Zutaten für ansprechende vegetarische Gerichte (z.B. Mandelmus, Sesamöl, Cashewkerne) sind teuer, zahlreiche Personen können sich diese nicht leisten. Wenn man nicht nur Kartoffel-Möhren-Suppe essen will, wird Veggie-Essen schnell für viele unbezahlbar.

  (1) Der Verzicht auf Fleisch und/oder tierische Produkte bedeutete, dass man regelmäßig teure Zutataten kaufen oder aber sich geschmacklich inakzeptabel ernähren müsste.
    -  [Vegetarische Vielfalt]: Es gibt viele gute, abwechslungsreiche und zugleich günstige vegetarische Gerichte.
  (2) Angesichts vieler knapper Haushaltskassen ist es inakzeptabel, sich regelmäßig teure Zutaten zu kaufen.
  (3) [Kulinarische Standards]: Eine akzeptable Ernährung muss auch kulinarischen Standards genügen, d.h. geschmacklich akzeptabel sein.
  (4) Was inakzeptable Folgen hat (insbesondere zu inakzeptablen Kosten oder einer inakzeptablen Ernährung führt), ist nicht geboten.
  ----
  (5) [Fleisch-OK]: Mit Fleisch darf gekocht werden.



### Natürlichkeits-Erwägungen

Das für Natürlichkeits-Erwägungen charakteristische Prinzip lautet:

[Natürlichkeitsprinzip]: Das, was natürlich ist, ist gut und zulässig, das Unnatürliche ist schlecht und unzulässig.

Es wird in allen drei Argumenten unterstellt.

<Menschheitsgeschichte>: Menschen haben schon immer Tiere gejagt, gehalten und getötet, um sie zu essen und zu verwerten.

  (1) Menschen haben schon immer Tiere gejagt, gehalten und getötet, um sie zu essen und zu verwerten.
  (2) Das, was menschheitsgeschichtlich schon immer der Fall war, ist natürlich.
  ----
  (3) Es ist natürlich, dass Menschen Tiere jagen, halten und töten, um sie zu essen und zu verwerten.
  (4) [Natürlichkeitsprinzip]
  ----
  (5) [Fleisch-OK]

<Natürliche Nahrungsketten>: Es ist ganz natürlich, dass Tiere gejagt und getötet werden -- nicht nur Menschen, auch Tiere tun das.

  (1) In freier Wildbahn jagen, töten und fressen Tiere andere Tiere.
  (2) Das, was Tieren in freier Wildbahn widerfährt, ist natürlich.
  ----
  (3) Es ist natürlich, dass Tiere gejagt, getötet und gefressen werden.
  (4) [Natürlichkeitsprinzip]
  ----
  (5) [Fleisch-OK]


<Massentierhaltung unnatürlich>: Moderne Tierzucht und Massentierhaltung sind unnatürlich: ohne Präzedens in der Menschheitsgeschichte und wider die Natur der Tiere.

  (1) Moderne Tierzucht und Massentierhaltung sind unnatürlich: ohne Präzedens in der Menschheitsgeschichte und wider die Natur der Tiere.
  (2) [Natürlichkeitsprinzip]
  ----
  (3) Moderne Tierzucht und Massentierhaltung sind unzulässig.
  (4) Man sollte keine Produkte, die auf unzulässige Weise erzeugt wurden, konsumieren.
    - <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Durch Produktverzicht ändert der Einzelne nichts an bestehenden Erzeugungsweisen. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (5) [Keine-Massentierhaltung]: Man sollte kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung konsumieren.
    -> [Alles-Esser]



### Klimaschutz-Erwägungen

<Klimaargument-1>: Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die auf Null reduziert werden müssen, um ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) einzuhalten.

  (1) Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die auf Null reduziert werden müssen, falls ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) eingehalten werden sollen.
  (2) [Ambitionierte-Klimaziele]: Ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) sollen eingehalten werden.
  ----
  (3) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung sollen auf Null reduziert werden.
  (4) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung können nur dann völlig vermieden werden, wenn niemand mehr Tierprodukte konsumiert.
  (5) Wenn es geboten ist, dass niemand mehr Tierprodukte konsumiert, dann sollte man keine tierischen Produkte essen.
    -  <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Ob ein Einzelner Fleisch isst oder nicht, ändert nichts an den systemischen Folgen moderner Massentierhaltung. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (6) [Strikt-Vegan]


<Klimaargument-2>: Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die drastisch reduziert werden müssen, um ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) einzuhalten.

  (1) Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die drastisch reduziert werden müssen, falls ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) eingehalten werden sollen.
  (2) [Ambitionierte-Klimaziele]: Ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) sollen eingehalten werden.
  ----
  (3) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung sollen drastisch reduziert werden.
  (4) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung können nur dann drastisch reduziert werden, wenn global viel weniger Tierprodukte konsumiert werden.
  (5) Wenn es geboten ist, dass global viel weniger Tierprodukte konsumiert werden, dann sollte man den Konsum tierischer Produkte möglichst reduzieren.
    -  <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Ob ein Einzelner Fleisch isst oder nicht, ändert nichts an den systemischen Folgen moderner Massentierhaltung. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (6) [Weniger-Tier]



<Klimaargument-3>: Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die drastisch reduziert werden müssen, um ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) einzuhalten.

  (1) Tierhaltung verursacht direkt und indirekt (über Flächennutzung, Energiebedarf, Verdauungsgase) erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die drastisch reduziert werden müssen, falls ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) eingehalten werden sollen.
  (2) [Ambitionierte-Klimaziele]: Ambitionierte Klimaziele (z.B. das 2-Grad-Ziel) sollen eingehalten werden.
  ----
  (3) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung sollen drastisch reduziert werden.
  (4) Treibhausgasemissionen aus Tierhaltung können nur dann drastisch reduziert werden, wenn Fleisch global nur auf nachhaltige und artgerechte Weise erzeugt wird.
  (5) Wenn es geboten ist, dass Fleisch global nur auf nachhaltige und artgerechte Weise erzeugt wird, dann sollte man kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung konsumieren.
    - <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Ob ein Einzelner Fleisch isst oder nicht, ändert nichts an den systemischen Folgen moderner Massentierhaltung. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (6) [Keine-Massentierhaltung]: Man sollte kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung konsumieren.



### Natur- und Landschaftsschutz-Erwägungen


<Naturzerstörung>: Moderne Massentierhaltung hat einen hohen Flächen- und Energiebedarf und geht mit Monokulturen sowie Überdüngung (Gülle) einher. Damit zerstört sie das Landschaftsbild sowie wertvolle Naturräume und bedroht die heimische Artenvielfalt.

  (1) Moderne Massentierhaltung führt -- aufgrund ihres hohen Flächen- und Energiebedarfs -- zur Zerstörung historischer Landschaftsbilder, wertvoller Naturräume und heimischer Artenvielfalt.
  (2) Die Zerstörung historischer Landschaftsbilder, wertvoller Naturräume und heimischer Artenvielfalt sind inakzeptabel.
  (3) Was inakzeptable Folgen hat, ist unzulässig.
  --aus 1,2,3--
  (4) Moderne Massentierhaltung ist unzulässig.
  (5) Man sollte keine Produkte, die auf unzulässige Weise erzeugt wurden, konsumieren.
    - <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Durch Produktverzicht ändert der Einzelne nichts an bestehenden Erzeugungsweisen. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  --aus 4,5--
  (6) [Keine-Massentierhaltung]: Man sollte kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung konsumieren.



### Tierschutz-Erwägungen

<Tierschutz-Argument>: In der modernen Massentierhaltung fristen Tiere ein qualvolles Dasein und werden auf brutale und schmerzvolle Weise getötet. Fleisch-Konsumenten sind für dieses Leid mitverantwortlich.

  (1) Moderne Massentierhaltung führt dazu, dass Tiere, als empfindsame Lebewesen, ein qualvolles Dasein fristen und auf brutale sowie schmerzvolle Weise getötet werden.
    - Tiere haben kein bewusstes Schmerzempfinden, das dem menschlichen vergleichbar wäre.
    - In der modernen Massentierhaltung geht es Tieren viel besser, als es viele Schauergeschichten glauben machen wollen.
  (2) Es ist inakzeptabel, dass empfindsame Lebewesen ein qualvolles Dasein fristen und auf brutale sowie schmerzvolle Weise getötet werden.
  (3) Was inakzeptable Folgen hat, ist unzulässig.
  ----
  (4) Moderne Massentierhaltung ist unzulässig.
  (5) Man sollte keine Produkte, die auf unzulässige Weise erzeugt wurden, konsumieren.
    - <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Durch Produktverzicht ändert der Einzelne nichts an bestehenden Erzeugungsweisen. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
    - Tierzüchter und -halter, nicht aber die Konsumenten, sind für die Zustände im Stall verantwortlich.
  ----
  (6) [Keine-Massentierhaltung]: Man sollte kein Fleisch aus moderner Tierzucht und Massentierhaltung konsumieren.


<Recht auf Leben>: Tiere haben ein Recht auf Leben. Es ist moralisch falsch, sie zu töten, um sie zu essen.

  (1) Tiere haben ein Recht auf Leben.
  (2) Handlungen, die voraussetzen, dass Wesen, welche ein Recht auf Leben haben, getötet werden, sind kategorisch falsch.
  (3) Fleisch zu essen setzt voraus, dass Tiere getötet werden.
  ----
  (4) [Strikt-Veggie]


<Artgerechte Tierhaltung Unding>: Selbst in sogenannter artgerechter Tierhaltung, die nur der Herstellung tierischer Produkte (wie Milch und Eier) dient, werden Tiere eingesperrt, in ihrer Bewegungsfreiheit begrenzt und schließlich getötet. Das ist moralisch falsch.

  (1) Selbst in sogenannter artgerechter Tierhaltung, die nur der Herstellung tierischer Produkte (wie Milch und Eier) dient, werden Tiere eingesperrt, in ihrer Bewegungsfreiheit begrenzt und schließlich getötet.
  (2) Es ist moralisch unzulässig, Tiere einzusperren, in ihrer Bewegungsfreiheit zu begrenzen und schließlich zu töten.
  (3) Wenn selbst sogenannte artgerechte Tierhaltung unzulässig ist, dann ist es jede Form von Tierhaltung.
  (4) Tierprodukte zu konsumieren wäre höchstens dann zulässig, wenn es eine zulässige Form der Tierhaltung gäbe.
  ----
  (5) [Strikt-Vegan]

<Tierleid unbedingt vermeiden>: Als Konsument kann man nie ganz sicher sein, unter welchen Bedingungen die Tiere leben, deren Produkte man zu kaufen gedenkt. Besser man kauft und isst daher gar keine tierischen Produkte.

  (1) Als Konsument kann man nie ganz sicher sein, ob die Tiere, deren Produkte man zu kaufen gedenkt, unter qualvollen Bedingungen leben oder nicht.
  (2) Man sollte keinesfalls Produkte von Tieren kaufen, die unter qualvollen Bedingungen leben.
  (3) Wenn es möglich ist, dass eine Handlung unzulässig ist, sollte man sie (besser) nicht ausführen.
  ----
  (4) [Strikt-Vegan]


### Welternährung-Erwägungen

<Weltbevölkerungs-Argument-1>: Eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen kann nur auf nachhaltige Weise ernährt werden, wenn der Fleischkonsum global gesehen drastisch reduziert wird. Dazu sollte man selbst beitragen und weniger Fleisch essen.

  (1) Eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen kann nur auf nachhaltige Weise ernährt werden, wenn der globale Fleischkonsum drastisch reduziert wird.
  (2) [Weltbevölkerung ernähren]: Es ist zwingend geboten, eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen auf nachhaltige Weise zu ernähren.
  ----
  (3) Es ist zwingend geboten, dass der globale Fleischkonsum drastisch reduziert wird.
  (4) Wenn es geboten ist, dass global viel weniger Fleisch konsumiert wird, dann sollte man den Konsum von Fleisch möglichst reduzieren.
    - <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Ob ein Einzelner Fleisch isst oder nicht, hat keinen Einfluss auf das Problem der Welternährung. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (5) [Weniger-Fleisch]


<Weltbevölkerungs-Argument-2>: Eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen kann nur auf nachhaltige Weise ernährt werden, wenn der Fleischkonsum global gesehen drastisch reduziert wird. Besser man verzichtet ganz darauf.

  (1) Eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen kann nur auf nachhaltige Weise ernährt werden, wenn der globale Fleischkonsum drastisch reduziert wird.
  (2) [Weltbevölkerung ernähren]: Es ist zwingend geboten, eine wachsende Weltbevölkerung von bald mehr als 9 Milliarden Menschen auf nachhaltige Weise zu ernähren.
  (3) Moralisch gesehen das Beste ist es, seinen eigenen Beitrag zu einer Gesamtheit, die insgesamt reduziert werden sollte, gänzlich zu vermeiden.
    -  <Einzelne-unerheblich-Einwand>: Ob ein Einzelner Fleisch isst oder nicht, hat keinen Einfluss auf das Problem der Welternährung. Und nur dann wären Handlungsänderungen geboten.
  ----
  (4) Es ist moralisch gesehen das Beste, gar kein Fleisch mehr zu konsumieren.
  (5) Das moralisch Beste sollte man tun.
  ----
  (6) [Strikt-Veggie]



### Autonomie-Erwägungen

<Essen ist Privatsache>: Jeder bestimmt selbst, was er/sie isst. Deshalb darf jeder essen, was er/sie will.

<Moralismus-Vorwurf>: Befürworter vegetarischer oder veganer Ernährung stellen moralisch völlig überzogene Forderungen. Deshalb darf jeder essen, was er/sie will.

<Gegen Bevormundung>: Essverbote sind Bevormundungsversuche von Gutmenschen, sonst nichts. Denen sollte man sich nicht beugen: Jeder darf essen, was er/sie will.

Die Argumente im Detail.

<Essen ist Privatsache>

  (1) Jeder bestimmt selbst, was er/sie isst.
  (2) Wenn jeder selbst bestimmt, ob er eine bestimmte Handlung ausführt oder unterlässt, dann ist es zulässig, sie auszuführen oder zu unterlassen.
  ----
  (3) [Alles-Esser]: Jede/r darf essen, was er/sie will.

<Moralismus-Vorwurf>

  (1) Befürworter vegetarischer oder veganer Ernährung stellen moralisch völlig überzogene Forderungen.
  (2) Wenn jemand, der moralisch völlig überzogene Forderungen stellt, behauptet, eine Handlung sei unzulässig, dann ist sie zulässig.
  ----
  (3) [Alles-Esser]: Jede/r darf essen, was er/sie will.

<Gegen Bevormundung>

  (1) Essverbote sind Bevormundungsversuche von Gutmenschen, sonst nichts.
  (2) Bevormundungsversuchen von Gutmenschen sollte man sich nicht beugen: sie besitzen keine Geltung.
  ----
  (3) [Alles-Esser]: Jede/r darf essen, was er/sie will.
